Ausweglos / Kommentar von Klaus Thomas Heck zu Israel und der Hamas

Allgemeine Zeitung Mainz

Mainz (ots)

Die im Gazastreifen herrschenden Hamas-Terroristen beharren auf ihrem Ziel, Israel auszulöschen. Der jüdische Staat wiederum treibt unter der Regierung Netanjahu den immer weiter wuchernden Siedlungsbau in den palästinensisch dominierten Gebieten unerbittlich voran. So ist absehbar, dass auch der neue europäische Vorschlag einer Zweistaatenlösung zum Scheitern verurteilt ist. Gelingt es Israel nicht, die islamistischen Strukturen in Gaza zu zerschlagen, droht eines Tages der nächste „7. Oktober“ – ein weiterer großer Angriff der Hamas.

Es wäre an der Zeit, dass die beiden so unversöhnlichen Seiten die Ausweglosigkeit ihrer Situation erkennen. Es wird Israel nicht gelingen, die Hamas aus Gaza zu vertreiben. Das rigorose Vorgehen der Armee dürfte im Gegenteil weitere Verzweifelte in die Hände der Extremisten treiben. Auch wenn sie für die Hamas kaum mehr als menschliche Schutzschilde sind. Gleichzeitig werden auch die Islamisten keinen Sieg davontragen. Ein Ende des jüdischen Staates scheint unerreichbar – zumal sich die muslimische Welt offensichtlich nicht mit Israel anlegen mag. Ein paar Raketen aus dem Libanon, ein paar Drohungen aus Teheran, dazu die üblichen Lippenbekenntnisse. Das war’s. So recht will sich niemand das palästinensische Problem aufhalsen. Schließlich wirkt die Hamas unbelehrbar. Ihre Erklärung, der Angriff vom 7. Oktober habe lediglich israelischen Soldaten gegolten, wird von unzähligen Augenzeugenberichten und Videos der Terroristen selbst widerlegt. Und erklärt erst recht nicht, weshalb immer noch 130 Geiseln festgehalten werden. Mit dieser Erklärung, die nichts erklärt, macht die Hamas den Israelis ein Einlenken nahezu unmöglich.

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