Berlin darf nicht bremsen – Kommentar von Dominik Bath

BERLINER MORGENPOST

Berlin (ots)

Russlands Überfall auf die Ukraine, die Folgen für den europäischen Energiemarkt und die steigenden Preise lassen immer mehr Berliner zu Stromproduzenten werden. Nicht nur die Zahl sogenannter Steckersolargeräte auf Balkonen sind gestiegen, auch die Anträge auf Inbetriebnahme von Solaranlagen auf Dächern haben sich auf Jahressicht verdoppelt.

Zumindest ein bisschen können die Hausbewohner so für Entlastung sorgen — und sei es nur für ihren eigenen Geldbeutel. Denn über ein paar Jahre gesehen dürfte sich die Investition in eine Solaranlage durchaus rechnen.

Der neue Solar-Boom zeigt Berlins Verwaltung nun, wie es geht. Angaben von Stromnetz Berlin zufolge sind rund 95 Prozent der Photovoltaikanlagen in der Stadt auf privaten Dächern installiert.

Die öffentliche Hand hat also noch immenses Potenzial, sich an der Stromwende zu beteiligen. Schon 2019 gab es dazu im Rahmen des Masterplans Solarcity erste Empfehlungen. Doch auf öffentlichen Gebäuden in Berlin ist in Sachen Solar bislang nicht viel passiert.

Stattdessen bremst der Senat und sein Landesbetrieb Stromnetz Berlin nun weiter bei privat installierten Solaranlagen auf Dächern. Acht Wochen schreibt der Gesetzgeber als Frist zwischen Anmeldung und Inbetriebnahme vor. In Berlin warten Solardach-Eigentümer jedoch bis zu fünf Monate. Das ist blamabel, auch, weil die Herausforderung schon länger bekannt ist.

Doch bislang ist es nicht gelungen, Prozesse so zu gestalten, damit sie den steigenden Zahlen gewachsen sind. In dieser Hinsicht muss Berlin nun besser werden, schneller und digitaler. Nur so wird das Verwaltungshandeln nicht zum Klotz am Bein bei der Energiewende.

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