„Berliner Morgenpost“: Glücksspiel nach klaren Regeln – Kommentar von Björn Hartmann …

BERLINER MORGENPOST

Berlin (ots)

Kurzform: Schwierig wird es, den richtigen Weg zu finden zwischen dem Schutz der Spieler vor Sucht und der Attraktivität des legalen Online-Wettangebots. Die Anbieter versuchen natürlich, mit neuen Angeboten attraktiver als die Konkurrenz zu sein und mehr Geld zu verdienen. Das müssen Glücksspielbehörde und die Länder als Gesetzgeber im Blick haben. Passen sie die Regeln nicht an, kann es sein, dass illegale Anbieter interessanter sind als legale. Die Spieler wandern ab – was im Internet sehr einfach ist – und lassen sich dann auch nicht schützen.

Der vollständige Kommentar: Mit dem offiziellen Start der Glücksspielbehörde wird Online-Glücksspiel in Deutschland zentral reguliert. Gut, dass die Länder Kompetenzen bündeln: einheitliche Ansprechpartner, bundesweite Lizenzen, klare Regeln und im Zweifel harte Gegenmaßnahmen.

Die Branche klagt über zu strenge Regeln, aufwendigen Spielerschutz, Gefahren beim Datenschutz – alles Zeichen, dass die Vorgaben richtig sind. Dafür gibt es einen geregelten Markt im wirtschaftsstärksten EU-Land. Dass der interessant ist, beweisen die mehr als 30 Lizenzen für Sportwettanbieter, die seit Marktöffnung Ende 2020 vergeben wurden. Die Konstruktion funktioniert also. Bisher.

Schwierig wird es, den richtigen Weg zu finden zwischen dem Schutz der Spieler vor Sucht und der Attraktivität des legalen Online-Wettangebots. Gerade im Netz verändert sich vieles durch technischen Fortschritt und neue Ideen schnell. Die Anbieter versuchen natürlich, mit neuen Angeboten attraktiver als die Konkurrenz zu sein und mehr Geld zu verdienen.

Das müssen Glücksspielbehörde und die Länder als Gesetzgeber im Blick haben. Passen sie die Regeln nicht an, kann es sein, dass illegale Anbieter interessanter sind als legale. Die Spieler wandern ab – was im Internet sehr einfach ist – und lassen sich dann auch nicht schützen.

Das zeigt, wie wichtig zwei weitere Aufgaben der neuen Behörde sind: Sie soll Forschungsaufträge zur Glücksspielsucht vergeben, um unter anderem genauer zu verstehen, was die Sucht treibt. Und sie soll ihre Arbeit und die Regeln, denen sie folgt, bewerten, sogar Verbesserungsvorschläge erarbeiten. Der erste Zwischenbericht soll Ende 2023 vorliegen. Hoffentlich lassen sich die Länder davon leiten.

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