Berliner Morgenpost: Schluss mit der Abzocke / ein Kommentar von Isabell Jürgens zur …

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Berlin (ots)

Der Berliner Mietspiegel weist eine Durchschnittsmiete von 6,79 Euro je Quadratmeter und Monat aus. Im Mai wird das Tabellenwerk aktualisiert und dann eine Miete ausweisen, die, der Situation auf dem angespannten Wohnungsmarkt geschuldet, höher ausfallen wird. Allerdings nicht einmal annähernd so hoch, wie das, was aktuell für rund ein Drittel der Wohnungsangebote aufgerufen wird. Wenn für 35 Prozent der auf dem größten Internetportal angebotenen Wohnungen durchschnittlich knapp 37 Euro je Quadratmeter und Monat verlangt werden, ist offensichtlich etwas in Schieflage geraten. Das beklagt nicht nur der Berliner Mieterverein.

Das Problem existiert seit neun Jahren und lässt sich auf eine kurze Formel bringen: möbliertes Wohnen. Damit lässt sich die seit 2015 geltende Mietpreisbremse gefahrlos umgehen. Der Möblierungszuschlag muss im Mietvertrag nicht gesondert ausgewiesen werden, weder Datum der Anschaffung noch Kaufpreis müssen beziffert werden. Und so haben es Mieter schwer, die Angemessenheit der Miete zu überprüfen, zumal Nebenkosten und Services eingerechnet sind. Erschwerend kommt hinzu, dass möblierte Wohnungen meist „zum vorübergehenden Gebrauch“ vermietet werden, und somit die Mietpreisbremse vollends ausgehebelt wird.

Dass dieses Schlupfloch durch den Bundesgesetzgeber schleunigst geschlossen wird, daran sollten alle ein dringendes Interesse haben. Das Problem betrifft sämtliche Metropolen und sorgt nicht zuletzt für sozialen Unfrieden. Und dass die Mieten in Deutschland rasant steigen, liegt auch daran, dass die möblierten Wohnungen immer noch in den Mietspiegel einfließen – und somit Mieten insgesamt nach oben treiben.

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