Das Attentat / Kommentar von Andreas Härtel zum Mord an Shinzo Abe

Allgemeine Zeitung Mainz

Mainz (ots)

Es ist ein politisches Attentat inmitten einer großen geopolitischen Krise. Deshalb ist der gewaltsame Tod des früheren japanischen Premiers Shinzo Abe ein Moment von Bedeutung für die ganze Welt – völlig gleich, was die Ermittlungen zu dem Fall noch zutage fördern. Shinzo Abe war die prägende Figur der japanischen Politik in den vergangenen zehn bis 20 Jahren; er war der am längsten amtierende Ministerpräsident der jüngeren Geschichte des Landes und zog bis zuletzt ganz viele Strippen in Tokio. Er war derjenige, der sein Land eng an der Seite der USA hielt und der die japanische Armee ganz neu aufstellen wollte – vor allem wegen der zunehmend aggressiven Politik Chinas, aber zuletzt auch wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Der erzkonservative Abe war zwar auch jemand, der stark polarisierte und dem viele Korruptionsskandale nachhingen; das Motiv für den Mord mag auch hier zu finden sein. Doch klar ist: Mit ihm verliert Tokio einen Stabilitätsanker – und der Westen einen Verbündeten mit klarem außenpolitischen Kompass. Zwar war Abe früher auch bemüht, ein gutes Verhältnis zu Wladimir Putin zu pflegen. Seit dem 24. Februar, dem Tag des russischen Angriffs, stellte er sich jedoch wie die ganze japanische Regierung eindeutig hinter den Kurs des Westens. Das Attentat hat nun das Potenzial, ein ganzes Land in Unruhe zu versetzen. Ein Land, auf das der Westen im Kampf gegen die Autokraten in Moskau und Peking angewiesen ist. Denn in Zeiten, in denen diese an Einfluss gewinnen, braucht es in Asien starke Vorkämpfer für Freiheit und Demokratie.

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