Der lange Weg zum Forstumbau – Kommentar von Jens Anker

BERLINER MORGENPOST

Berlin (ots)

Der Anblick ist im Sommer fast alltäglich geworden: Abgestorbene Bäume und grassierende Waldbrände zerstören die Forsten, aktuell nicht nur in Südeuropa, sondern auch vor Berlins Haustür in Brandenburg. Wassermangel, Hitze und der Borkenkäfer setzen den Wäldern zu.

Berlin und Brandenburg sind besonders gefährdet, denn hier wurden in den vergangenen 150 Jahren riesige Kiefernwaldkolonien angebaut. Kiefern wachsen schnell und haben einen ordentlichen Brennwert. Sie dienten daher lange der Industrie als Brennholz.

Doch das rächt sich jetzt. Solche Monokulturen sind anfälliger für Schädlingsbefall, wie den Borkenkäfer, und auch weniger resistent gegen Waldbrände. Das Wachs der Bäume heizt das Feuer wie ein Brandbeschleuniger zusätzlich an. Die gerade wütenden riesigen Waldbrände an der französischen Atlantikküste finden auch vor allem in solchen Kiefernwäldern statt.

Lange ist bekannt, dass ein Umbau dringend notwendig ist, um die Wälder zu retten. Berlin steuert jetzt um und investiert Geld dafür, dass aus den Berliner Forsten widerstandsfähige Mischwälder werden. Brandenburg hat schon vor vielen Jahren damit begonnen – verfügt aber auch über ungleich viel mehr Waldfläche als Berlin.

Die Entscheidung ist richtig und gehört zu den wenigen vorausschauenden Projekten, die die Politik in Angriff nimmt. Denn so ein Waldumbau benötigt mindestens 100 Jahre, so richtig abgeschlossen ist er erst viel später. Vom jetzt gesäten Erfolg profitieren also frühestens die Urenkel der gegenwärtigen Generation. So viel Weitblick würde man sich auch für andere dringend notwendige Reformen wünschen.

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