Etappensieg / Kommentar von Sascha Kircher zum Frankfurter Flughafen

Allgemeine Zeitung Mainz

Mainz (ots)

Gerade noch mal gutgegangen. Am Wochenende ist der größte deutsche Verkehrsflughafen an einer Blamage vorbei geschrammt. Der ausgedünnte Flugplan, zusätzliches Personal, vor allem aber die Disziplin und Geduld der Reisenden verhinderten den GAU. Ein Etappensieg, das belegt das gleichzeitige Chaos am Flughafen Köln/Bonn, wo manche bis zu sieben Stunden in der Schlange vorm Sicherheitscheck standen. Außerdem hängt über allem nach wie vor das Damoklesschwert eines Pilotenstreiks im Sommer. Diese Eskalation sollte sich die Vereinigung Cockpit gründlich überlegen, schließlich hielt sich das Verständnis der Passagiere für den Lokführerstreik im vergangenen Sommer in sehr überschaubaren Grenzen. Vor allem muss nun mit Hochdruck daran gearbeitet werden, dass Hunderte Reiserückkehrer nach ihrem Urlaub kein Fiasko erleben. Zur Erinnerung: Die gerade begonnenen Ferien enden im September, wenn wir vielleicht schon wieder vor ganz anderen Problemen stehen. Was ist eigentlich aus den Mitarbeitern aus der Türkei geworden, die man befristet anwerben wollte und die von der Politik als Allheilmittel angepriesen wurden? Stattdessen bietet Flughafenbetreiber Fraport bizarre Lösungsvorschläge, indem er Passagiere allen Ernstes ermahnt, keine schwarzen Koffer mitzubringen – der Einheitslook mache „die Identifizierung der Gepäckstücke sehr zeitintensiv“. Die Bürger sollen also mit bunten Taschen helfen, hausgemachte Missstände und miserables Personalmanagement auszubügeln. Zynisch gesagt: So kann man die (einstige) Qualitätsmarke „Made in Germany“ auch beschädigen.

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