Fehlbesetzung / Kommentar von Christian Matz zum Lambrecht-Rücktritt

Allgemeine Zeitung Mainz

Mainz (ots)

Wenn eine Ministerin nach monatelangen Vorwürfen die Konsequenzen zieht und von ihrem Posten zurücktritt, gebührt ihr zunächst einmal Respekt. Auch aus den Reihen derjenigen Medien, die sie zuvor heftig kritisiert haben. Und ja, Medien können in ihrer Kritik an Politikern tatsächlich auch mal überziehen und gnadenlos sein. Allerdings demonstriert Christine Lambrecht auch noch mit ihrer Rücktrittserklärung, warum sie in diesem so wichtigen Amt als Verteidigungsministerin von Anfang an eine Fehlbesetzung war. Und warum die Kritik an ihr persönlich auch in diesem Ausmaß gerechtfertigt war. Denn sie ist eben nicht nur an der Aufgabe, ein offenbar kaum zu führendes, kaum zu reformierendes Ressort in schwierigen Zeiten zu leiten, sondern auch an sich selbst gescheitert. Kein Wort steht in ihrer Erklärung zu möglichen eigenen Fehlern und Versäumnissen. Stattdessen nennt sie als obersten und wichtigsten Grund die mediale Fokussierung auf ihre Person. Mit Verlaub – das ist eine Unverschämtheit. Mit ihrem demonstrativen Desinteresse am Amt zu Beginn – eigentlich wäre sie lieber Innenministerin geworden – und zahlreichen Politik- und PR-Pannen seither hat sie „den Medien“ gar keine andere Möglichkeit gelassen, als sehr kritisch über ihre Person zu berichten. Höhe- und Schlusspunkt all der Pannen ist ihr peinliches Silvestervideo. Es ist absolut unerklärlich, wie eine erfahrene Politikerin ein solches Video, in diesem Umfeld und mit diesem Text, nicht nur aufnehmen, sondern anschließend auch noch verbreiten kann. Damit hat sie sich, ihr Amt und auch das Land international blamiert. Dafür kann sie nicht den Medien die Schuld geben, sondern muss diese allein bei sich selbst suchen.

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