FSC-zertifizierte Waldbesitzer in der Pole-Position

Quelle: Pixabay.com

Forest Stewardship Council (FSC)

Freiburg (ots)

Förderprogramm „Klimaangepasstes Waldmanagement“ des BMEL

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat ein neues Förderprogramm „Klimaangepasstes Waldmanagement“ gestartet. Ziel ist es, Waldbesitzende dabei zu unterstützen, ihre Wälder fit für den Klimawandel zu machen. FSC-zertifizierte Waldbesitzende müssen ihre Bewirtschaftung nur unwesentlich anpassen, um die attraktive Förderung zu erhalten. Vor diesem Hintergrund und dem damit verbundenen geringen Mehraufwand für die Prüfung, werden die zuständigen Zertifizierungsorganisationen voraussichtlich keine zusätzlichen Gebühren für Waldbesitzende erheben.

„FSC-zertifizierte Waldbesitzende haben beim Umbau Richtung klimaresiliente Wälder die Nase vorn. Folgerichtig ist es daher, dass ihnen bei der Umsetzung und Prüfung für das neue Förderprogramm „Klimaangepasstes Waldmanagement“ kaum Zusatzaufwand entstehen wird. Dies ist überaus erfreulich und unterstreicht, dass der FSC-Waldstandard bereits seit Jahren die richtigen Impulse setzt“, kommentiert Elmar Seizinger, Leiter Waldbereich bei FSC-Deutschland, das neue Förderprogramm. Er betont: „Bedenkt man, dass eine FSC-Zertifizierung im Privat- und Kommunalwald erfahrungsgemäß zwischen 0,50 und 1,50 Euro pro Hektar und Jahr kostet, aber andere Zertifizierungssysteme der Forstwirtschaft zusätzlich 3 Euro pro Hektar und Jahr für die Prüfung der Klimaanpassungskriterien verlangen werden, wird FSC für weitere Waldbesitzende attraktiv“.

Kriterien sind inhaltlich sehr nah am FSC-Standard

2022 sollen bereits 200 Millionen Euro ausgezahlt werden. Die Fördermittel können bei der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) beantragt werden, sobald die Förderrichtlinie im Bundesanzeiger veröffentlicht wurde. Damit ist in den nächsten Tagen zu rechnen. Die Förderungen in 2022 fallen noch unter die de-minimis Regelungen, eine Befreiung davon ist für 2023 vorgesehen. Das BMEL hat zwölf Kriterien definiert, für die eine Bindefrist von zehn bzw. 20 Jahren gilt. In diesem Zeitraum werden in Abhängigkeit von Betriebsgröße und Verpflichtungszeitraum bis zu 100 Euro pro Hektar und Jahr ausgezahlt. Inhaltlich sind die zwölf Kriterien sehr nahe am Deutschen FSC-Standard formuliert, „ein weiterer Vorteil für FSC-zertifizierte Waldbesitzende, die ihre Waldwirtschaft nur wenig anpassen müssen“, so der FSC-Waldbereichsleiter.

Bestätigung im Rahmen der jährlichen Kontrollen möglich

Die Mittelauszahlung soll unmittelbar nach Eingang und Prüfung des Antrags erfolgen. Die Bestätigung der Einhaltung der Kriterien hat innerhalb von zwölf Monaten durch die Waldbesitzenden auf Grundlage entsprechender Kontrollen durch die Zertifizierungssysteme (FSC und andere) zu erfolgen. „Da das FSC-System sowieso jährliche Prüfungen vorsieht, können die Zertifizierungsorganisationen die Einhaltung der Kriterien, die für die Förderung erfüllt sein müssen, im Rahmen der normalen FSC-Audits bestätigen. Für FSC-Waldbesitzende entsteht also kein zeitlicher oder finanzieller Mehraufwand“, erläutert Elmar Seizinger.

Eine Gegenüberstellung der Kriterien, die für die Förderung erfüllt sein müssen und den assoziierten Inhalten aus dem Deutschen FSC-Standard findet sich hier.

Die wesentlichen Inhalte aus dem Deutschen FSC-Standard, die die Klimaanpassung von Wäldern betreffen sind im FSC-Themenpapier Klimastabile Wälder hier zusammengefasst.

Über FSC

FSC ist die verlässlichste Organisation für die Absicherung wichtiger Umwelt- und Sozialstandards im Wald. Mit weltweit gültigen Standards, der beispiellosen Einbindung aller relevanten Interessengruppen und der Unterstützung durch namhafte Unternehmen sowie anerkannte unabhängige Umwelt- und Sozialorganisationen, gilt FSC als die glaubwürdigste Lösung für nachhaltige Waldwirtschaft. Die Zertifikatsvergabe erfolgt nach einer erfolgreichen Prüfung durch unabhängige Dritte, die min. jährlich wiederholt wird. Weltweit sind 216 Millionen Hektar Wald FSC-zertifiziert. Über 52.000 Unternehmen verfügen weltweit über eine FSC-Zertifizierung für den Handel und die Verarbeitung zertifizierter Materialien.

Über FSC Deutschland

In Deutschland sind rund 1,44 Million Hektar Wald FSC zertifiziert und fast 4.000 Unternehmen verfügen über eine Zertifizierung ihrer Produktkette nach den FSC Standards (Stand: Oktober 2022). In deutschen Wäldern steht der FSC u.a. für eine Waldwirtschaft, die den Wald nicht übernutzt, die biologische Vielfalt fördert und die gegenüber interessierten Bürgern*innen sowie Organisationen transparent handelt. Kahlschläge bei der regulären Holzernte sind untersagt und Pestizide dürfen nur eingesetzt werden, wenn dies gesetzlich gefordert wird. FSC setzt sich für die Mehrung natürlicher Mischwälder, die Schonung des Waldbodens, für den Schutz seltener Arten und Ökosysteme ein. Damit sind FSC-zertifizierte Wälder stabiler in einem sich wandelnden Klima und können als Ökosystem mehr CO2 langfristig binden. Für die Menschen im Wald sichert FSC faire Entlohnung und mehr Bürgerbeteiligung im Wald.

Pressekontakt:

Lars Hoffmann, Tel.: 0761 – 386 53 68, E-Mail:
lars.hoffmann@fsc-deutschland.de

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