Haltungskennzeichnung für Schweinefleisch kommt voran: Deutsche Umwelthilfe fordert …

Deutsche Umwelthilfe e.V.

Berlin (ots)

  • Geplante Haltungsstufe „Stall+Platz“ muss Schweinen doppelt so viel Platz geben im Vergleich zu gesetzlichem Mindeststandard, um positive Effekte für Tierschutz und Luftreinhaltung zu haben
  • DUH fordert Umbauwinter, damit weniger Ställe um Heizenergie mit Wohnungen konkurrieren
  • Gesetzesentwurf des Landwirtschaftsministeriums liegt der DUH vor

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) begrüßt grundsätzlich die geplante Haltungskennzeichnung für Schweinefleisch, fordert jedoch mehr Tempo und Nachbesserungen bei den Haltungsstufen mit Blick auf den Tierschutz und die Luftreinhaltung. Die DUH ruft zudem die Branche zu einem Umbauwinter auf, um vor allem Haltungsformen zu schaffen, bei denen der Einsatz fossiler Heizenergie äußerst gering ist. Für umbauwillige Betriebe und Junglandwirtinnen und -landwirte sollten dazu kurzfristig regionale Beratungs- und Bildungsangebote auf die Beine gestellt werden. Andernfalls werden zum Beispiel Schweineställe diesen Winter mit Wohnungen um Heizenergie konkurrieren. Der DUH liegt der aktuelle Gesetzesentwurf für die Fleischkennzeichnung des Bundeslandwirtschaftsministeriums vor.

„Es ist gut, dass sich bei den Haltungsformen nach jahrelangem Stillstand endlich spürbar etwas bewegt. Wir begrüßen auch, dass ‚Bio‘ als eigene Haltungsform transparent erkennbar ist. Allerdings bleiben bei der geplanten Haltungsform ‚Stall+Platz‘ die notwendigen positiven Effekte für Tierschutz, Umwelt und Luftreinhaltung aus, weil den Tieren zu wenig Platz gegeben wird. Hier muss Landwirtschaftsminister Özdemir dringend nachsteuern mit mehr Platz je Tier und insgesamt weniger Tieren“, so Reinhild Benning, Agrar-Expertin der DUH.

Geplant sind fünf Haltungsstufen: „Stall“, „Stall+Platz“, „Frischluftstall“, „Auslauf/Freiland“ und „Bio“. Bei der geplanten Haltungsform „Stall+Platz“ muss nach Ansicht der DUH der Platz verdoppelt werden im Vergleich zum gesetzlichen Mindeststandard, erst dann ist eine Trennung der Funktionsbereiche inklusive der Verbesserungen für den Tierschutz und die Minderung von Ammoniak-Emissionen möglich.

Bei den Haltungsstufen „Stall“ und „Stall+Platz“ in sogenannten Warmställen ist ein hoher Heizenergiebedarf und damit Gasbedarf im Winter vorprogrammiert. Bei den Haltungsformen „Frischluftstall“, „Auslauf/Freiland“ und „Bio“ können Schweine die Liegeflächen mit Stroh selbst warmhalten und brauchen daher weniger oder gar kein Gas als Heizenergie. Um den Umbau der Ställe zu finanzieren, braucht es kurzfristig eine Fleischabgabe. Die DUH fordert deshalb die FDP auf, ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag zu halten und die Fleischabgabe kurzfristig einzuführen.

Hintergrund:

Im Projekt „Clean Air Farming“ (LIFE17 GIE/DE/610) kämpft die DUH zusammen mit europäischen Partnern für die Implementierung geltenden Rechts zur Minderung von Ammoniak und Methan aus der Landwirtschaft. Weitere Informationen: https://www.clean-air-farming.eu

Das Projekt wird vom LIFE-Programm der Europäischen Union gefördert.

Pressekontakt:

Reinhild Benning, Senior Beraterin für Agrarpolitik
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Quelle: Presseportal.de

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