Michael Brandner findet Männer in kurzen Hosen „lächerlich“

Neue Osnabrücker Zeitung

Osnabrück (ots)

Michael Brandner findet Männer in kurzen Hosen „lächerlich“

Schauspieler: Muss man rumlaufen wie ein Schuljunge? – 70-Jähriger hat ausgeprägtes Faible für Maßanzüge

Osnabrück. Michael Brandner (70), Schauspieler, hat ein ausgeprägtes Faible für Maßanzüge und wenig Verständnis für Männer in kurzen Hosen. Die Vorliebe für maßgefertigte Kleidung erklärte er im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) mit seiner Faszination für alles Britische und die Eleganz vieler älterer Männer in Italien: „Deshalb habe ich auch ein Problem mit Männern in kurzen Hosen – je älter sie sind, umso lächerlicher sehen sie aus. Dass man sich im Alter wieder ein bisschen seiner Kindheit nähert, ist klar, aber muss man deshalb gleich rumlaufen wie ein Schuljunge? Ich finde das ein bisschen bedenklich und kein gutes Vorbild für die Jugend.“ Wenn dann noch Sandalen und Tennissocken dazukämen, „kriege ich eine ganz raue Zunge“, sagte der 70-Jährige

„Wie so viele aus meiner Generation war auch ich als Kind in irgendwelche Klamotten reingesteckt worden, die man gar nicht tragen wollte, die auch noch kratzten oder sonst wie unangenehm waren“, berichtete Brandner. „Erst in der Lehre habe ich angefangen, mir eigene Sachen zu kaufen, aber ich kam mir eigentlich immer vor wie in einer falschen Haut“, sagte der Schauspieler.

„Ich trug also mehr oder weniger Zusammengekauftes, bis meine Frau und ich in London waren und ich mir an den Schaufenstern mit den Maßanzügen die Nase platt gedrückt hatte – das hat sie wohl auf die Idee gebracht, mir einen zu schenken“, fuhr Brandner fort. „Ich habe mir dann einen richtig schönen Maßanzug machen lassen, und damit war ich versaut für den Rest meines Lebens. Alles passt und sitzt und ist angenehm – das ist einfach ein großartiges Gefühl. Seitdem lasse ich mir einen machen, wann immer ich es mir leisten kann.“

Solches Modebewusstsein habe er als junger Mann noch nicht besessen, berichtete Brandner weiter: „Zu der Zeit sah ich aus wie ein gehangenes Stück, wie meine Mutter immer sagte. Es war sogar der Lieblingsspruch meiner reizenden Frau Mama. Ich habe damals nur getragen, was mir bequem erschien, wir haben sogar in Altkleidersammlungen gewühlt, um uns da alte Bergarbeiterhemden und Latzhosen rauszufischen. Ich habe ja eine lange Geschichte in Kommunen und Wohngemeinschaften hinter mir, damals ging es mir nur um Bequemlichkeit, ansonsten war’s mir relativ egal, wie ich ausgesehen habe.“

In jener Zeit habe er auch einen nicht unerheblichen Haschisch-Konsum gehabt, räumte Brandner ein: „Ich hab’s aufgegeben, als man sich irgendwann fragen musste: Wo haben Sie dieses Zeug bloß zusammengepanscht? Als es dann auch noch mit Kampfer versetzt wurde, da wusste ich, jetzt ist es vorbei. Fast ein Jahrzehnt später haben wir dann mal in Afrika gedreht, mit Hannelore Elsner. Wir waren untergebracht am Fuße des Kilimandscharo, wo diese African-Safari-Leute mit dem Flieger angerauscht kamen und in bester Kolonialistenmanier auf die Jagd gingen. Wir hatten da einen jungen Mann, der uns Gott sei Dank mal wieder ein bisschen Sonnenschein beschert hat – wirklich herrliches Gras. Überhaupt ist Gras die einzige Verlockung – mal sehen, was kommt.“

Brandner hat gerade das stark autobiografisch geprägte Buch „Kerl aus Koks“ veröffentlicht, dessen Protagonist im Dortmund der 60er-Jahre aufwächst.

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