Personalmangel: Pflege nicht überall in Niedersachsen gewährleistet / bpa fordert …

bpa – Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V.

Hannover (ots)

Die privaten Pflegeeinrichtungen in Niedersachsen fordern beschleunigte Zuwanderung und einen Ausbau der Schulstrukturen, um den zunehmenden Bedarf an Fach- und Assistenzkräften in der Pflege zu decken. Auf der Mitgliederversammlung der niedersächsischen Landesgruppe des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) warnte der stellvertretende Landesvorsitzende Thorsten Meilahn vor massiven Problemen aufgrund des bestehenden und wachsenden immensen Personalbedarfs in der ambulanten und stationären Pflege. Ambulante Pflegedienste können schon heute vielerorts die Versorgung nicht mehr aufrechterhalten, weil sie auf dem Arbeitsmarkt weder Pflegefach- noch Pflegehilfskräfte finden. Auch stationäre Einrichtungen können Plätze aufgrund von Personalmangel nicht mehr belegen. Durch die Umsetzung der geplanten neuen Personalschlüssel in der Pflege spitzt sich die Lage weiter zu und es drohen erhebliche Versorgungslücken in Niedersachsen.

„Das neue Personalbemessungssystem in der stationären Pflege fordert nun mehr Fachkräfte, vor allem aber deutlich mehr qualifizierte Pflegeassistenzkräfte mit einer einjährigen Ausbildungsdauer. Mit der in Niedersachsen bestehenden zweijährigen Ausbildung zum Pflegeassistenten werden diese Bedarfe weder gedeckt noch ist man im Vergleich zur einjährigen Ausbildung in anderen Bundesländern auf dem hart umkämpften Arbeitsmarkt wettbewerbsfähig“, so Meilahn.

Um Pflegeassistenzkräfte zu gewinnen, seien unter anderem mehr Kapazitäten an Pflegeschulen notwendig. Dafür gebe es jedoch zu wenig Pflegepädagoginnen und -pädagogen. „Das Land Niedersachsen muss dringend die Studienplätze in der Pflegepädagogik ausbauen, um die jetzt schon fehlenden Lehrkräfte auszubilden. Bis es so weit ist, müssen alle Möglichkeiten zur Flexibilisierung genutzt werden.“ Meilahn verwies auf Projekte in NRW mit größeren Klassen sowie einer Externenprüfung, bei der berufserfahrene Hilfskräfte eine Prüfung ablegen können, ohne zuvor einen der knappen Schulplätze belegt zu haben.

Wenn rund 30 Prozent der Pflegeschülerinnen und -schüler die Ausbildung abbrechen, müsse man auch diesen Menschen eine Perspektive geben. „Wer in einer späteren Phase der Fachkraftausbildung abbricht, muss direkt als Assistenzkraft anerkannt werden. Das eröffnet den Menschen einen alternativen Karriereweg und hält sie in der Pflege“, so Meilahn.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) bildet mit mehr als 13.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen (davon über 1.600 in Niedersachsen) die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe sowie der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind systemrelevanter Teil der Daseinsvorsorge. Als gutes Beispiel für Public-private-Partnership tragen die Mitglieder des bpa die Verantwortung für rund 395.000 Arbeitsplätze und circa 29.000 Ausbildungsplätze (siehe www.youngpropflege.de oder auch www.facebook.com/Youngpropflege). Die Investitionen in die soziale Infrastruktur liegen bei etwa 31 Milliarden Euro.

Pressekontakt:

Für Rückfragen: Carsten Adenäuer, Leiter der bpa-Landesgeschäftsstelle, Tel.: 0511/12 35 13 40 oder 0162/132 16 78, www.bpa.de

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Quelle: Presseportal.de

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