phoenix Thema: Von verpassten Chancen und dem Kampf ums Klima – Donnerstag, 17. …

PHOENIX

Bonn (ots)

Anlässlich der 27. Weltklimakonferenz in Scharm El-Scheich richtet phoenix an diesem Abend den Blick auf die Umweltpolitik der vergangenen Jahrzehnte in Deutschland. Schnell wird deutlich, es ist eine Geschichte der verpassten Chancen. WDR-Autorin Katarina Schickling zeigt in ihrem Film „Schwarz-rot-grün – Die Geschichte der Umweltpolitik“, wie der Schutz der Umwelt in beiden Teilen Deutschlands sowie nach der Wiedervereinigung stets den Interessen der Industrie untergeordnet wurde. Straßen voller Autos und rauchende Schornsteine – das sind in Nachkriegs-Deutschland Symbole des Fortschritts. Die Deutschen nahmen Smog und verschmutzte Flüsse billigend in Kauf. Hauptsache, die Wirtschaft wächst. Die zweite Dokumentation des Abends „Klima retten – Und die Welt verändern?“ von Jörg Laaks und Mareike Wilmsbefasst sich mit den Zielen der Klimaaktivisten von Fridays for Future. Welche Vorstellungen stecken hinter ihren Parolen und welche Widersprüche zeigen sich? Wie soll aus Protest Politik werden? Wie aus Wut Veränderung? Wie verträgt sich der moralische Impetus der jungen Weltretter mit dem Anspruch der Toleranz, auch andere Sichtweisen gelten zu lassen?

In der phoenix runde (22.15 Uhr) diskutiert Moderator Alexander Kähler mit seinen Gästen über den Verlauf der COP27 in Scharm El-Scheich. Welche konkreten Ergebnisse sind zu erwarten? Welche konkreten Hilfen der Industrieländer kann der globale Süden für seinen Kampf gegen die Erderwärmung erwarten?

Es folgen die Sendungen im Details:

20.15 Uhr

Schwarz-rot-grün

Die Geschichte der deutschen Umweltpolitik

Film von Katarina Schickling, WDR 2022

Dieser Film erzählt die Geschichte verpasster Chancen: Wir hätten alle Zeit der Welt gehabt, die Klimakrise zu verhindern und unseren Nachkommen eine intakte Umwelt zu hinterlassen. Doch der Schutz der Umwelt wurde in der BRD und der DDR ebenso wie im wiedervereinigten Deutschland immer wieder den Interessen der Industrie geopfert. Wir blicken zurück auf sieben Jahrzehnte des Ringens um saubere Luft, klares Wasser und ein Klima, in dem auch folgende Generationen gut leben können. „Schwarz Rot Grün“ erzählt die wahre Geschichte der Umweltpolitik in Deutschland, ihrer Vorkämpfer und ihrer Blockierer. Straßen voller Autos und rauchende Schornsteine – das sind in Nachkriegs-Deutschland Symbole des Fortschritts. Die Deutschen nehmen Smog und verschmutzte Flüsse billigend in Kauf. Hauptsache, die Wirtschaft wächst.

Doch als Luft und Wasser immer schmutziger werden, lassen sich die Probleme nicht mehr ignorieren. „Der Himmel über der Ruhr muss wieder blau werden!“, fordert Willy Brandt 1961 in seinem Wahlkampf. Seine sozial-liberale Regierung setzt zu Beginn der 70er Jahre ein Sofortprogramm für den Schutz von Luft und Wasser auf. Mit der Ölkrise wird dieser Politik ein schwerer Dämpfer verpasst: Während der Rezession treten die Interessen der Industrie erneut in den Vordergrund. 1983 überrascht Schwarz-Gelb unter Helmut Kohl mit einer ambitionierten Luftreinhaltepolitik – eine Reaktion auf den Wahlerfolg der Grünen, die zum ersten Mal in den Bundestag eingezogen sind. Mit neuen Regelungen ergreift die Politik Maßnahmen, die Deutschland in Europa zum Vorreiter für saubere Luft machen. In der DDR steht der Naturschutz schon in den 60ern in der Verfassung – doch das ist nur Fassade. Erich Honecker will über die Umweltpolitik die internationale Anerkennung der DDR vorantreiben. Zugleich leugnet die SED, dass gravierende Umweltprobleme überhaupt existieren.

Dabei sind Smog, Waldsterben und Wasserverschmutzung an vielen Orten unübersehbar. Immer mehr Bürgerinnen und Bürger wollen die erschreckenden Zustände nicht länger hinnehmen. Ihre Demonstrationen und Baumpflanzaktionen werden zu einer der Keimzellen des friedlichen Widerstands. Nach der Wiedervereinigung zeigt sich das dramatische Ausmaß der Umweltschäden in den neuen Bundesländern. Doch wirtschaftliche Belange stehen wieder einmal an erster Stelle. Andere Industriestaaten überholen die Bundesrepublik mit ihren Nachhaltigkeitsstrategien. Immer häufiger drohen der Bundesregierung Sanktionsmaßnahmen der EU, weil sie Umweltschutzregelungen nicht umsetzt. Alois Glück, damals Staatssekretär im bayerischen Umweltministerium, bedauert die Versäumnisse: „Mit dem Rückblick muss ich sagen, dass wir, unsere Generation, dabei mächtig versagt hat auf Kosten jetzt der jungen Generation und der Nachkommen.“ Als 2005 mit Angela Merkel eine ehemalige Umweltministerin Kanzlerin wird, gilt sie rasch als „Klima-Kanzlerin“. Doch ausgerechnet sie macht den Atom-Ausstieg zunächst wieder rückgängig – bis der GAU von Fukushima auch die promovierte Physikerin zur Abkehr von der Kernenergie bewegt.

Deutschland bleibt ein ambivalentes Land, was Umweltschutz betrifft: mal wegweisend, mal Musterschüler, und dann doch wieder den Schlüsselindustrien treu. „Schwarz Rot Grün“ beleuchtet die Entwicklung der Deutschen Umweltpolitik vom Wirtschaftswunder bis heute – mit wichtigen Playern von damals, wie den ehemaligen Umweltministern Klaus Töpfer und Jürgen Trittin. Wir zeigen, wie BürgerInnen für „ihre“ Umwelt kämpften, gegen erhebliche Widerstände von Politik und Wirtschaft. Und wie schließlich die neue Generation der Millennials die Politik erheblich unter Druck setzt, weil sie ihre zukünftige Existenzgrundlage in Gefahr sieht.

Weitere Ausstrahlungen:

18. November 2022, 00:45 Uhr

18. November 2022, 18.30 Uhr

21.00 Uhr

Klima retten – Und die Welt verändern?

Film von Jörg Laaks und Mareike Wilms

„Es ist Zeit, zu rebellieren, um die Zukunft zu retten“, sagt die Fridays for Future-Gründerin Greta Thunberg. Ein Satz mit politischer Sprengkraft, auch für Deutschland. Seit Monaten demonstrieren junge Menschen – längst nicht mehr nur fürs Klima, sondern für einen grundlegenden Wechsel im Wirtschaftssystem, ja eine neue Idee des Zusammenlebens überhaupt. Gleichzeitig demontieren YouTuber die klassische Politik und deren manchmal hohlen Phrasen, sorgen für Umfrage-Desaster und für Gegenreaktionen, die das ganze Ausmaß der Realitätsferne etablierter Polit-Profis zeigen.

Anlässlich der Weltklimakonferenz beleuchtet die Story die Hintergründe: Welche Vorstellungen stecken hinter den Parolen von Fridays for Future und welche Widersprüche zeigen sich? Wie soll aus Protest Politik werden? Wie aus Wut Veränderung? Wie verträgt sich der moralische Impetus der jungen Weltretter mit dem Anspruch der Toleranz, auch andere Sichtweisen gelten zu lassen?

Bislang stand die Politik dem Protest der Jungen fast sprachlos gegenüber. Doch plötzlich kann es den Parteien gar nicht schnell genug gehen mit der digitalen Öffentlichkeit: Sie wollen mit den Jungen ins Gespräch kommen, am besten vor laufenden Handy-Kameras und live im Netz. Plumpe Ranschmeiße oder späte Einsicht? Wie glaubwürdig ist die neue Netzpräsenz der Politik?

Für manche riecht es nach Umbruch. Forderungen nach einem Ende des Wachstums, nach einer Verzichtgesellschaft stehen im Raum. Doch wer trägt das mit? Kann eine Bewegung wie Fridays for Future auch Jugendliche mitreißen, die im Alltag ganz andere Sorgen oder einfach keine Lust auf Verzicht haben? Und was halten Jugendorganisationen wie die Jungen Liberalen oder die Junge Union von den Protesten?

Weitere Ausstrahlungen:

18. November 2022, 01.30 Uhr

18. November 2022, 18.30 Uhr

22.15 Uhr

phoenix runde

Moderation Alexander Kähler

Seine Gäste sind u.a. Özden Terli, Meteorologe des ZDF, Prof. Lamia Messari-Becker, Expertin für Gebäudetechnologie und Bauphysik, Pauline Bünger, Klimaaktivistin

Pressekontakt:

phoenix-Kommunikation
Telefon: 0228 / 9584 192
kommunikation@phoenix.de
Twitter.com: phoenix_de

Original-Content von: PHOENIX, übermittelt durch news aktuell

Quelle: Presseportal.de

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