Sachsen-Anhalt/Energie/Stromausfall/Kriminalität / Gefahr durch Stromausfälle in …

Mitteldeutsche Zeitung

Halle/MZ (ots)

Sachsen-Anhalts Innenministerium ist nur bedingt auf flächendeckende Stromausfälle infolge von Naturkatastrophen, Defekten oder Cyberattacken vorbereitet. Das kritisierte der SPD-Innenpolitiker Rüdiger Erben gegenüber der in Halle erscheinenden Mitteldeutschen Zeitung (Samstagsausgabe). So seien landesweit nur neun Tankstellen bekannt, die im Falle eines Blackouts auf eine Notstromversorgung zurückgreifen könnten, warnt der frühere Innenstaatssekretär. Die Zahlen stammen aus einer Parlamentsanfrage Erbens an das Innenministerium in Magdeburg. „Ich halte das für eine entscheidende Schwachstelle“, sagt der Landtagsabgeordnete der MZ.

Ohne Strom funktionieren die meisten Zapfsäulen nicht mehr, Diesel und Benzin könnten nicht mehr wie üblich verkauft werden. Von den neun bekannten Tankstellen mit Notstrom stehen allein drei im Saalekreis und zwei in Halle.

Als besorgniserregend schätzt Erben zudem eine fehlende Übersicht der Landesregierung im Medizinbereich ein: Dem Innenministerium liegen keine genauen Zahlen dazu vor, wie viele Patienten derzeit ohne Notstromabsicherung dialysebehandelt oder künstlich beatmet werden – etwa in Heimen oder zu Hause. Es gebe dafür keine Meldepflicht, erklärte das Ministerium auf Anfrage Erbens. „Aber wenn ein Stadtteil stromlos ist, sind irgendwann auch die batteriebetriebenen Beatmungsgeräte tot“, warnte er. „Niemand hat einen Überblick, wo die Patienten liegen.“ Laut Innenministerium sollen die Behörden im Ernstfall gemeinsam entscheiden, was zu tun ist, gegebenenfalls mit den Pflegediensten.

Die Gefahr von Stromausfällen in ganzen Stadtteilen sei kein Hirngespinst, warnte Erben. Zwar sei ein landesweiter Ausfall unwahrscheinlich, „aber Lastabwürfe sind vorstellbar“: In solchen Fällen werden Teile des Stromnetzes abgestellt, um den Rest zu stabilisieren. Anlässe können Kraftwerkausfälle sein, aber auch akute Überlastungen. Lastabwürfe führen zu lokalen Stromausfällen.

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Mitteldeutsche Zeitung
Marc Rath
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Quelle: Presseportal.de

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