Sachsen-Anhalt/Waldbrand / Maulkorb für den Parkchef im Harz?

Mitteldeutsche Zeitung

Halle (ots)

Halle/MZ – Nachdem er erst harte Vorwürfen gegen Feuerwehr und Politik erhob, hat der Leiter des Nationalparks Harz, Roland Pietsch, seine eigenen Aussagen am Freitag schnell wieder zurückgezogen – und das wahrscheinlich auf politischen Druck hin. Nach Informationen der Mitteldeutschen Zeitung (Samstagausgabe) verpasste das niedersächsische Umweltministerium offenbar Pietsch einen Maulkorb, um zu verhindern, dass dessen Aussagen die ohnehin schon hitzige Debatte um die Waldbrandgefahr im Harz weiter anheizen. Pietsch hatte am Freitagmittag eine offizielle Pressemitteilung veröffentlicht, in der er die Einsatzleitung beim Brand am Brocken Anfang September kritisierte. Deren Brandflächenberechnung habe die Öffentlichkeit „in die Irre“ geführt. Der Nationalpark legte eine eigene Berechnung vor, nach der nicht – wie von der Feuerwehr verkündet – 160 Hektar, sondern nur zwölf Hektar unterhalb des Brockens brannten. Zudem kritisierte der Nationalparkleiter den Harzer Landrat Thomas Balcerowski (CDU) sowie nicht näher genannte „Verantwortliche“ dafür, dass sie „immer wieder Öl ins Feuer gießen“.

Die Mitteilung wurde Freitagmittag von der Pressestelle der Behörde versendet. 23 Minuten später zog der Nationalpark sie allerdings wieder zurück, um eine weitere Stunde später eine neue Mitteilung zu versenden, in der von den Vorwürfen kaum noch etwas zu lesen war. Nationalparksprecher Martin Baumgartner begründete den Rückzug damit, dass die erste Fassung „nicht autorisiert gewesen sei“. Gegenüber der MZ erklärte er, dass man den Text zurückziehen musste. „Mehr kann ich dazu nicht sagen“, so Baumgartner. Auf eine Anfrage der MZ am frühen Freitagnachmittag reagierten die für den Nationalpark zuständigen Ministerien in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt nicht.

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Mitteldeutsche Zeitung
Marc Rath
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Quelle: Presseportal.de

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