SOS-Kinderdorf beobachtet mit Sorge wachsende Zahl unbegleiteter minderjähriger …

SOS-Kinderdorf e.V.

München (ots)

Die Eskalation der russischen Angriffe auf die Ukraine zwingt ukrainische Eltern dazu, ihre minderjährigen Kinder zum Teil auch unbegleitet auf die Reise in den Westen zu schicken. Die Zahl der unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten in Berlin nimmt wieder stetig zu. „Das muss ein Alarmsignal sein. Die Aufgabe ist, die Rechte aller Kinder bestmöglich zu schützen und dafür müssen wir schnellstmöglich die Voraussetzungen schaffen, indem es klare Perspektiven für Träger gibt, die Wohnraum und Fachkräfte für diese Aufgabe organisieren. Alleinreisende Kinder und Jugendliche sind eine der vulnerabelsten Gruppen und brauchen deshalb besonderen Schutz“, erklärt Prof. Dr. Sabina Schutter, Vorstandsvorsitzende von SOS-Kinderdorf.

Geflüchtete Kinder zu schützen und sie von Beginn an kindgerecht zu betreuen, muss aus Sicht von SOS-Kinderdorf nun höchste Priorität haben. Vor allem am Berliner Hauptbahnhof kamen in den letzten Wochen wieder vermehrt ukrainische Kinder und Jugendliche ohne elterliche Begleitung an, berichtet die Leiterin des SOS-Kinderdorfs Berlin, Kirsten Spiewack: „Zurzeit sind es täglich um die 20 Kinder, teilweise erst acht Jahre alt und ohne Begleitung. Sie kindgerecht und sicher unterzubringen, stellt alle Helfer in Berlin gerade vor große Probleme. Wir wollen nicht tatenlos zusehen und versuchen mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln zu helfen. Allerdings, alleine schaffen wir das nicht. Wir brauchen die Berliner Stadtgesellschaft!“

Das Problem: Die bestehenden Möglichkeiten zur Unterbringung junger, unbegleiteter Geflüchteter in Berlin sind erschöpft. Räumlichkeiten werden dringend benötigt, um betreute Angebote für geflüchtete Kinder und Jugendliche zu schaffen. Es besteht die Gefahr, dass die jungen Geflüchteten auf eigene Faust versuchen, eine Bleibe zu finden und keinen Kontakt zur Kinder- und Jugendhilfe erhalten. Auch Prof. Schutter appelliert an die zivilgesellschaftlichen Akteure, schnell gemeinsam Lösungen zu etablieren. Jugendhilfe, Unterkunftsmöglichkeiten und Kommunen müssen hier Hand in Hand arbeiten um die geltenden Rechte der geflüchteten Kinder umzusetzen und sie mit Bildungsangeboten, kindgerechtem Wohnraum, Nahrung, Kleidung sowie Zugang zu medizinischen und psychosozialen Dienstleistungen zu versorgen.

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SOS-Kinderdorf e.V.
Magdalena Tanner
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Quelle: Presseportal.de

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