Sozialverband warnt vor Abstieg der Mittelschicht wegen Energiepreisen

Neue Osnabrücker Zeitung

Osnabrück (ots)

Sozialverband warnt vor Abstieg der Mittelschicht wegen Energiepreisen

VdK-Präsidentin Bentele: Wir brauchen Preisdeckel und Verbot von Stromsperren

Osnabrück. Der Sozialverband VdK warnt angesichts der Energiepreise vor dem sozialen Abstieg von Millionen Menschen aus der Mittelschicht und fordert von der Bundesregierung sofortige Gegenmaßnahmen. VdK-Präsidentin Verena Bentele sagte in einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“: „Energie-Armut ist nicht nur ein Thema für Rentner, Hartz-IV-Empfänger, Erwerbsgeminderte oder behinderte Menschen – sondern auch für Leute aus der Mittelschicht, die keine üppigen Rücklagen haben und in Existenznot geraten.“ Bentele fügte hinzu: „Das ist ein Riesen-Thema.“

Sie forderte von der Bundesregierung sofortige Maßnahmen wie eine Deckelung der Gas- und Strompreise: „Die Regierung darf die Preise nicht dem Markt überlassen, der gerade utopische Preise aufruft.“ Jeder Haushalt müsse ein Grundkontingent an Strom und Gas zu bezahlbaren Preisen erhalten. Außerdem müsse die Regierung dafür sorgen, dass es auf keinen Fall Strom- oder Gassperren geben dürfe, dass also säumigen Zahlern der Strom abgedreht werde.

Der VdK fordert zu diesen Themen mit anderen Sozialverbänden einen Sozialgipfel im Kanzleramt. Bentele sagte: „Ich warte auf eine Einladung und würde sie annehmen.“

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Sozialverband: Politiker sollten Energiespartipps sein lassen

VdK-Präsidentin Bentele: „Niemand verplempert Energie“

Osnabrück. Der Sozialverband VdK hat Politiker aufgefordert, sich mit Energiespartipps an die Bevölkerung zurückzuhalten. „Das bringt Pflegebedürftigen und älteren Menschen nichts“, sagte VdK-Präsidentin Verena Bentele in einem Interview der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Sie fügte hinzu: „Es suggeriert, dass alle Menschen in Deutschland in Saus und Braus und in großer Verschwendung leben.“ Das könne sie für viele der 2,16 Millionen Mitglieder im VdK absolut nicht bestätigen. Die Verbandspräsidentin sagte: „Wie man eine Heizung runterdreht, weiß jeder, das muss kein Politiker zeigen.“ Niemand mit wenig Geld verplempere Energie, Pflegebedürftige drehten nicht die Heizung bei geöffnetem Fenster auf, und keine arme Rentnerin lasse die Spülmaschine mit einem Teller drin laufen.

Zuletzt hatte etwa Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann Spartipps gegeben. Der Grünen-Politiker hatte den Waschlappen statt der warmen Dusche empfohlen und öffentlichkeitswirksam den Thermostat an der Heizung runtergedreht, um zu zeigen, wie man Energie sparen kann.

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