Theater in Wertheim.Junge Menschen auf der Suche nach Identität.BLB zeigt „Die Verwirrungen des Zöglings Törleß“

 

Bild : BLB-Törleß-15-05-I

Pressemitteilung von Samstag, 16. Mai 2015
Stadt Wertheim

Junge Menschen auf
der Suche nach Identität
BLB zeigt „Die Verwirrungen des Zöglings
Törleß“

Wertheim. Mit „Die Verwirrungen des Zöglings Törleß“ zeigt die
Badische Landesbühne am Dienstag, 26. Mai, um 19.30 Uhr in der Aula Alte Steige
in Wertheim eine Bühnenfassung des gleichnamigen Romans von Robert Musil. Sie
behandelt einen hochaktuellen Stoff. Erzählt wird die Geschichte aus dem
Blickwinkel des Zöglings Törleß, eines von den Erwachsenen missverstandenen
Schülers, der sich auf die Suche nach seiner Identität macht.

Die Handlung
spielt in der Zeit der k. und k.-Monarchie in einem Internat für Kadetten, in
dem Törleß´ Mitschüler Reiting und Beineberg ihren Klassenkameraden Basini
erpressen und quälen. Der sensible Törleß ist mit dieser Situation überfordert.
Daneben entdeckt er seine Sexualität, die in der konservativen Erziehung des
Internats als Tabu-Thema gilt.

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Törleß stellt im Prozess des Erwachsenwerdens
die Welt und deren Regeln in Frage. Nach Regisseur Joerg Bitterich besitzt der
Roman deshalb eine ungebrochene Aktualität: „Musil beschreibt junge Menschen,
die in einem repressiven System und mit dem Drill eines Kadetteninternats
aufwachsen. Jeder einzelne von ihnen befindet sich in einer Identitätskrise,
fühlt sich unterdrückt und ist auf Sinnsuche. Keiner von ihnen aber kann seine
Ängste und seine Wut produktiv umwandeln, denn die Gesellschaft bietet keine
Möglichkeit dazu. Die jungen Männer kanalisieren ihre Unzufriedenheit in
aggressivem Verhalten gegenüber einem schwächeren Mitschüler – ein Verhalten,
das ihnen von einem repressiven System vorgelebt wird. Der Neurowissenschaftler
und Philosoph Henrik Walter sagt in einem Interview: „Man stecke junge Männer
zusammen, enthalte ihnen sexuelle Aktivitäten vor und setze sie mit Hilfe von
Ideologie und Autorität unter Druck. Dann entsteht schlimmes Verhalten fast von
allein“. Verstärkt schließen sich heute orientierungslose junge Menschen
extremen oder extremistischen Gruppierungen religiöser oder politischer Art an.
Wie es dazu kommt, dass sich faschistische und extremistische Gruppierungen
bilden, untersuchen wir mit dieser Inszenierung“.

Bei „Die Verwirrungen des
Zöglings Törleß“ handelt es sich um eine Kooperation des Kinder- und
Jugendtheaters und des Abendspielplans der BLB. Ganz bewusst arbeiten Mitglieder
beider Sparten zusammen an einem Projekt. Hintergrund ist, dass der Stoff
gleichermaßen für Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren interessant ist. Dabei
vertraut Bitterich auf Musils Sprache; er schuf auf Basis des Romans, der als
Klassiker der Literatur gilt und 1906 erschien, eine eigene Textfassung.

Um
der allgemeingültigen Aussage des Textes gerecht zu werden, spielt die
Inszenierung in einer nicht näher definierten Zeit. Ausstatter Matthias Wulst
schuf ein Bühnenbild und Kostüme, die von unterschiedlichen Zeitepochen geprägt
sind und Assoziations- und Identifikationsmöglichkeiten eröffnen. Joerg
Bitterichs Inszenierung wird atmosphärisch von der Musik des Komponisten Kostia
Rapoport unterstützt, der eigens für „Die Verwirrungen des Zöglings Törleß“einen
Soundtrack entwarf.

Karten für die Aufführung gibt es in der Buchhandlung
Buchheim, Telefon 09342/1320, E-Mail:
Buchheim.wertheim@t-online.de.
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Stadtverwaltung Wertheim

 

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