Zeitenwende in der Bildung – Kommentar von Gilbert Schomaker

BERLINER MORGENPOST

Berlin (ots)

Der Festakt in der Station in Kreuzberg war auch ein politischer Festakt für Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) und Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse (SPD). 220 angehende Lehrerinnen und Lehrer sind nun Beamte.

Seit 2004 ist es das erste Mal, dass neue Pädagogen in Berlin nicht mehr angestellt, sondern verbeamtet werden. Dafür hatten Giffey und Busse immer gekämpft – auch gegen Widerstände im linken SPD-Flügel sowie bei Grünen und Linken. Und sie haben sich durchgesetzt. Die Regierende Bürgermeisterin löst damit auch ein Wahlkampfversprechen ein.

Es ist eine Zeitenwende in der Bildungspolitik für Berlin. Jahrelang hatte die Stadt das Nachsehen. Junge Lehrerinnen und Lehrer wechselten nach ihrer Ausbildung nach Brandenburg, Bayern oder Nordrhein-Westfalen, weil Berlin als einziges Land nicht verbeamtete. Es war eine Abstimmung mit den Füßen.

Obwohl Berlin als Stadt interessant ist und auch attraktive Schulen hat, haben viele junge Lehrerinnen und Lehrer die Stadt verlassen, weil es eben doch finanziell einen deutlichen Unterschied macht, ob man verbeamtet oder angestellt ist. Gerade auch mit Blick auf die Pension.

Hinzu kommt, dass auch die Kinder von Beamten im Krankheitsfall privat versichert sind, also von dem Beamtenstatus ihrer Eltern profitieren. Der Systemwechsel ist also notgedrungen. Es ging gar nicht anders – die kosten für die steigenden Pensionen werden später anfallen.

Am akuten Lehrermangel wird sich aber von heute auf morgen nichts ändern. Die Situation ist dramatisch. 920 Pädagogen fehlen momentan. Die Bildungsverwaltung wird weiter große Mühen haben, die Löcher zu stopfen.

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